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NEUE WESTFÄLISCHE NR.291 15. DEZEMBER 2011
Einen kurzen MoOment unangenehm: Dr. Helga Böckstiegel entnimmt eine Blutprobe bei Daniel Krasnici.,,Vielleicht hilft es ja einem Menschen", sagt der Schüler des Friedrich-LIst-Berufskollegs. Auch wenn er von der Nadel wenig begeistert ist. Tausend für ein LebenSchüler des Berufskollegzentrums nehmen an Typisierungsaktion teilVon Wiebke Eichler Herford. So selbstverständlich gelebte Nächstenliebe sieht man selten: Im Minutentakt strömen die Schüler der drei Berufskollegs in die Turnhalle. Dort findet eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Über 1.000 Schüler wollen sich registrieren lassen, denn einer von ihnen braucht auch dringend eine lebensrettende Stammzellentransplantation. Der 27-jährige Sven aus Bielefeld erkrankte vor wenigen Monaten an Leukämie. Ohne zu zögern, haben seine Klassenkameraden der Gartenbau-Abteilung des Wilhelm-Normann-Berufskollegs daraufhin eine Typisierungsaktion an ihrer Schule organisiert. Meike Hanke ist die Organisatorin der gestrigen Aktion und ist begeistert von soviel Einsatz: „Die Schüler haben sofort die Initiative ergriffen. Die Solidarität hat sich dann wie eine Welle ausgebreitet.“ So saßen gestern 75 Helfer in der Sporthalle des Berufskollegzentrums, registrierten die Spenderdaten, assistierten bei der Voruntersuchung und der Blutabnahme durch Ärzte und Personal vom Deutschen Roten Kreuz. „Man kann Leuten auf so einfache Weise das Leben retten, darum mach ich hier mit“, sagt Schüler Denis Minich bei der Anmeldung. „Ich kenne Sven nicht selbst, aber es gibt auch noch genug andere Menschen, die Hilfe brauchen. Vielleicht passt mein Gewebe.“ Denis und die anderen der etwa 1.100 Schüler wurden im Vorfeld der Aktion darüber aufgeklärt, wie wichtig die Registrierung bei der DKMS ist. „Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, liegt bei 1,5 Prozent“, sagt Daniela Timmermanns, die die Typisierung vonseiten der DKMS betreut. „Darum sind solche großen Aktionen auch so wichtig. Und dass sich die Schüler auch noch für andere Menschen engagieren wollen, hilft unserem Anliegen sehr.“ Denn Sven hat inzwischen den passenden Spender gefunden. „Er ist jetzt zuhause. Es geht ihm den Umständen entsprechend“, sagt Georg Eßfeld, Mitschüler von Sven und Helfer bei der Typisierung. „Den passenden Spender für einen Kranken zu finden, ist ein echtes Lottospiel.“ Und zwar eins, das teuer ist. Denn jede Registrierung kostet die DKMS 50 Euro. Die Aktion am Kollegzentrum wird deswegen auch finanziell von Gewerkschaften und den Landes- und Fachverbänden Gartenbau unterstützt. Dennoch benötigt das DKMS weitere Spenden.
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INFOKnochenmarkspendeDie Wahrscheinlichkeit, den passenden Spender zu finden, liegt bei 1: 1.000.000. Im Kreis Herford sind aktuell 12.805 Menschen als tatsächliche Spender bei der DKMS registriert, 123 haben tatsächlich Stammzellen gespendet. Wer Geld für die Aktion am Berufskollegzentrum spenden möchte, kann dies über das Spendenkonto der DKMS unter dem Stichwort „BES576“ tun. Die Kontodaten sind unter Tel. (0 221) 9 405 823 521 zu erfragen. (lmg) © 2011 Neue Westfälische |

