Elegante Visionen einer Welt von morgen
Mit einer Modenschau endet ein internationales Modeprojekt am Anna-Siemsen-Berufskolleg. Kurzentschlossene können sich für den neuen Jahrgang bewerben.
Kreis Herford. Krieg, Klimawandel, aber auch Hoffnungsvolles wie das Thema Renaissance beschäftigten die angehenden Bekleidungstechnischen Assistentinnen und -assistenten (BTA) des Herforder Anna-Siemsen-Berufskollegs (ASB) und die Studierenden der „MyFashion School“ aus Marseille für vier Wochen im gemeinsamen Projekt „Living in the Future Together“. Die Ergebnisse, die zum Finale im ASB vorgestellt wurden, waren aber gar nicht so düster, wie es einige der Themen vermuten ließen.
„Entstanden sind die Entwürfe in einem vierwöchigen internationalen Austausch. Dabei hatten unsere Kollegiatinnen die Studierenden der ’MyFashion School’ für zwei Wochen in Marseille besucht“, sagt Sylke Bollmeier, Bereichsleiterin am ASB. In Frankreich wurden Zweierteams gebildet, die die Ideen für ihre Projekte entwickelten und Stoffe und anderes Material besorgten.
Direkt im Anschluss kamen die Französinnen und Franzosen für den Gegenbesuch ans ASB. „Hier ging es dann vor allem um eins: nähen, nähen, nähen – und darum, die internationalen Freundschaften zu festigen.“ Vom ASB beteiligten sich elf der insgesamt 19 Kollegiatinnen und Kollegiaten der aktuellen Mittelstufe an dem vom Austauschprogramm Pro-Tandem finanzierten Austauschprojekt, von französischer Seite waren es zwölf. Der Rest der Stufe absolvierte anderweitige Praktika.
Interkulturelle Teams arbeiten zusammen
Neben dem Arbeiten in einem internationalen Team über Sprachgrenzen hinweg sei fachlich auch der Einblick in andere Arbeitsweisen spannend gewesen, sagt Bollmeyer. Bei einigen Dingen hätten die Franzosen eine andere Herangehensweise, um dann doch zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen. Auch die Tatsache, dass die Französinnen und Franzosen fachlich etwas fortgeschrittener als die angehenden BTAs aus Herford seien, habe sich nicht als Hindernis herausgestellt. Ganz vergleichbar seien die Bildungsgänge nicht, denn die Französinnen und Franzosen streben eher eine Art Bachelor an.
Dass das Thema „Überflutung“ zu Kleidern mit fließenden Schnitten inspirieren würde, ist wenig überraschend. Hell und luftig waren die Entwürfe zum Thema „Erwärmung“. Eine Corsage aus Reißverschlüssen und Rucksackgurten war von der einengenden Macht des Krieges inspiriert. Selbst das derzeit vielleicht ferne Thema „Frieden“ fand seine Entsprechung in einem Kleid.
Nach einer Krisenphase, in der teilweise keine Eingangsklassen des Bildungsgangs zur BTA am ASB gebildet werden konnten, haben sich die Anmeldezahlen stabilisiert, sodass zum Schuljahresbeginn eine neue Eingangsklasse gebildet werden kann. „Wir haben aber noch einige Plätze frei“, sagte ASB-Leiter André Kaiser nach Ende der Präsentation.
Anmeldungen zum BTA-Ausbildungsgang möglich
Kaiser zeigte sich angetan davon, auf welch kreative Weise sich Mode mit zeitgenössischen Themen auseinandersetzen könne, und hob die Qualitäten des BTA-Ausbildungsgangs hervor. „Die Ausbildung ist doppelt qualifizierend. Alle Modebegeisterten erhalten in diesem technisch ausgerichteten Bildungsgang eine breit angelegte berufliche Erstausbildung. Labors, Werkstätten und spezielle Fachräume ermöglichen ein praxisnahes Lernen, das durch ein Betriebspraktikum vertieft wird. Zudem wird als weiteres Ziel die Fachhochschulreife angestrebt, die ein beliebiges Studium an jeder Fachhochschule in Deutschland ermöglicht.“
Da das zentrale Online-Anmeldeverfahren bereits abgeschlossen ist, müssen sich Interessierte direkt an das ASB wenden. www.asbk.de
Quelle:
„Neue Westfälische, 4./5.4.2026. Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.“
Autor und Fotograf: Ralf Bittner

